Wie sich die Zeiten ändern
Der Traum von einem Fischkeller

Angefangen hat alles mit einem Wasserglas. Selbstgefangene Stichlinge aus einem Bach waren die ersten Fische in meinem Aquarianerleben. Mit der Zeit genügte dies aber nicht und so wurden die Aquarien immer ein wenig größer. Es gab so viele Fische die ich gern pflegen wollte, leider nicht immer mit Erfolg. Im Haus meiner Eltern wurden die ersten Rahmenaquarien angeschafft und es tropfte so manches mal. Ich war mehr mit Abdichtarbeiten beschäftigt als mit der Beobachtung meiner Fische. Dieses änderte sich erst als die ersten Aquarien mit Silikonverklebung auf den Markt kamen, trotzdem war ich noch nicht zufrieden denn es mangelte immer und überall an Platz. Höchstens 3 Aquarien mehr war damals nicht drin. Jahre später in einer Mietwohnung im 3. Stock wurde dann schon jede Nische ausgenutzt um ein Aquarium aufzustellen. Bis zu 10 Aquarien waren es schon einmal. Nicht sehr groß aber immerhin hatten zwei Fischarten darin Platz. Wohlgemerkt ich spreche hier nicht von Lebendgebährenden sondern von Buntbarschen die es mir schon immer angetan haben. In dieser Zeit lernte ich auch schon den einen oder anderen Fischverrückten kennen die in ihren Kellern ganze Batterien von Aquarien stehen hatten. Irgendwann sagte ich mir hast du auch so einen Keller. Lange Jahre sollte es noch dauern bis ich vor 2 Jahren anfing im neuen Haus meinen Traum zu verwirklichen.
Mit Porenbetonsteinen habe ich Regale gemauert und meine noch vorhandenen Aquarien aufgestellt. Da ich bei meinem Umzug nach Berlin alle meine Fische zurücklassen musste war es für mich schwierig die Fische zu bekommen an denen mein Herz hängt..... "Die Erdfresser".
Da meine Kontakte zu Freunden aus der Heimat dank des Computers nicht ganz abgebrochen waren traf man sich auf Tagungen des AK-Großcichliden wieder. Bei dieser Gelegenheit gab es dann auch die ersten neuen Erdfresser für meinen Fischkeller. So baute ich weiter an der Anlage um um die ersten Jungfische aufzuziehen.
So nach und nach wurden es immer mehr, mit dem bauen kam ich nun schon nicht mehr nach. Es war ja auch eine Kostenfrage. Strom, Wasser und Zubehör sind ja bekanntlich nicht gerade billig. Die ersten 10 Aquarien standen nun im Keller als der Stromabzähler 2x klingelte und die Ernüchterung bei mir......... Ich hatte noch so viel vor. Jetzt war Basteln angesagt. Neonlampen wurden durch Stromsparlampen ersetzt - Motorfilter durch einen Kompressor der die nötige Luft durch meine Filtermatten drückte und schließlich habe ich noch eine Heizung im Keller eingebaut. Dadurch das ich die Wände zuvor mit einer Schicht Styropor zur Wärmedämmung beklebt hatte war es nun mollige 29°C im Keller und die Heizungen in den Becken konnten verschwinden. Jetzt durfte auch wieder weitergebaut werden. So kamen die nächsten Aquarien dazu.
Mit den Aquarien kamen auch neue Fische dazu und es stellte sich immer mehr Nachwuchs ein. Seltene Arten hielten bei mir Einzug und vermehren sich so das ich jetzt in der Lage war die Nachfragen vieler Aquarianer zu befriedigen. So kommen sie heute aus ganz Deutschland, Österreich und Dänemark zu Besuch um sich in meinem Fischkeller umzusehen und den Fisch der schon lange gesucht wurde mitzunehmen.
Mittlerweile sind es über 30 Aquarien geworden und ein Ende sehe ich noch nicht. Zweimal die Woche ist der Keller für Jedermann geöffnet. 35 Erdfresser - Arten schwimmen in meinen Aquarien darunter auch viele Gymnogeophagus Arten die ich im Frühjahr in meinen Gartenteichen entlasse. Den ganzen Sommer über gibt es Jungfische und prächtig gefärbte Gymnogeophagus.
Im Keller gehen die Bauarbeiten weiter, Fische werden verkauft und so manch eine Aquarianerrunde findet statt. Vielleicht sehen wir uns einmal in meinem "Fischkeller", wer Erdfresser mag, bei mir gibt es sie noch............ Neue und auch bekannte Arten.